Goldfälschungen - ein jahrtausendaltes Problem
Schon aus der Antike wird von verschiedensten Goldfälschungen berichtet. Ein Problem, dass sich bis in die Neuzeit fortgesetzt hat... die Tricks und Kniffe der Fälscher um die Käufer hinters Licht zu führen, wurden dabei immer raffinierter und ausgefeilter.
Faszination Gold
Das Edelmetall Gold wird seit Jahrtausenden von den Menschen als wertvolles Tausch- und Zahlungsmittel akzeptiert. Es ist einerseits vergleichsweise selten und ausserdem durch seine charakteristische gelbe Färbung leicht von anderen Metallen zu unterscheiden. Neben der Seltenheit besitzt Gold einige einzigartige physikalische Eigenschaften wie die hohe Leitfähigkeit und sehr hohe Dichte. Durch die Beimessung dieses hohen Wertes, rückte Gold fast zwangsläufig in den Fokus von Fälschern und Betrügern.
Seit einigen Jahren nimmt die Zahl von Fälschungen rapide zu, da in Folge der Finanzmarktkrise immer mehr Menschen das Vertrauen in die Papiergeldwährungen verlieren und in physische Werte wie Edelmetalle investieren. Dies führte zu einem enormen Preisanstieg bei den Edelmetallen. Dieser Preisanstieg und die weltweite Explosion der Nachfrage nach Edelmetallen sorgten auch für einen drastischen Anstieg der Fälschungsversuche und Betrügereien.
Dabei reicht die Bandbreite der Fälschungen von relativ "plumpen" Goldbarren mit Kupferkern oder falschen Goldmünzen niedrigster Qualität zu hochprofessionell gefälschten Goldmünzen und Goldbarren mit Kernen aus Wolfram oder Wolframlegierung, die in Aussehen, Gewicht und Prägung nicht von den Originalen unterscheidbar sind (wie sie z.B. 2022 in Köln in Umlauf geraten sind).
Goldfälschungen - keine Legende!
„Gefälschte Goldbarren sind keine Legende. Eine sehr gut gemachte Fälschung eines 1000g-Feingoldbarrens mit Wolframkern habe ich selbst schon einmal gesehen. “ (Marcus Fasching, Geschäftsführer Ögussa Goldscheideanstalt)
Übersicht von typischen Goldfälschungen
Kerne aus Materialien geringer Dichte
Dies ist nach wie vor eine der häufigsten Goldfälschungen - ein Material wie Messing, Blei, Eisen, Kupfer oder Bronze wird vorgelegt und anschliessend mit Gold ummantelt. Entweder wird eine dicke Goldschicht verwendet, die anschliessend geprägt wird oder ein bereits vorgeprägter Barren aus Fremdmaterial wird galvanisch mit einer dünne Goldschicht überzogen (wenige µm).
Diese Arten von Fälschungen sind eigentlich unmittelbar erkennbar, da bei gleichem Gewicht wie ein Originalgoldstück die Abmessungen deutlich höher sind und bei gleichen Abmessungen das Gewicht deutlich niedriger ist. Dennoch werden solche Betrugsobjekte immer noch oft erfolgreich an gutgläubige Käufer vermittelt (siehe Artikel "Bekanntgewordene Fälle von gefälschten Edelmetallen").
Schwieriger zu detektieren sind Fälle in denen es sich um unregelmäßige, geometrisch kompliziertere Objekte handelt. Hier kann man nicht auf tabellierte Standardmaße und -gewichte zurückgreifen - Beispiele sind Rahmen, Goldfiguren und -statuen, Orden, Abzeichen, Kunstobjekte und Dekoartikel. Idealerweise greift man in solchen Fällen auf die Dichtebestimmung mit einer Dichtewaage zurück um festzustellen ob es sich um das spezifische Gewicht von Reingold handeln kann oder nicht...
Kernmaterialien mit ähnlicher Dichte wie Gold
Die bevorzugten Materialien für diese teils sehr geschickten Fälschungen lassen sich, je nachdem ob es sich um Reingold oder 916er Gold (z.B Krügerrand) handelt, wie in den Tabellen links dargestellt unterteilen. Am häufigsten taucht Wolfram in Inneren von Barren oder Münzen auf, da es nahezu die gleiche Dichte wie Gold besitzt. Daher können Gewicht und Abmessungen der nachgemachten Originalbarren oder -münzen exakt imitiert werden. Seit 2014 ist in Deutschland eine stark steigende Zahl dieser Art von Fälschungen zu verzeichnen: es handelt sich oft um gefälschte 1 Unzen Goldmünzen (z.B. Fake American Eagle, gefälschte Krügerrand-Münzen etc.) und kleinere Goldbarren, vorrangig der gefälschte Perth Mint Känguru Goldbarren. Letztgenannter taucht dabei sowohl im grünen als auch im schwarzen Blister auf. Dabei gibt es hier die etwas einfacher zu erkennenden Varianten mit lediglich Messing oder Kupferkern und die gefährlichere Variante mit Wolframkern, bei der auch das Gewicht exakt stimmt.
Die Detektion dieser Art von Fälschungen ist ohne durchdringende Methoden nicht möglich. In manchen Fällen kann der Klang herangezogen werden um zu unterscheiden ob Echtgold oder Falschgold vorliegt. Jedoch funktioniert dies nur bei geringen Schichtdicken der Aussenvergoldung und auch nur dann wenn das Wolframmaterial gesintert und nicht gegossen vorliegt. Damit gehören diese Arten von Fälschungen zu den gefährlichsten die am Markt sind. Derartige Münzfälschungen können Sie zum Beispiel mit unserer Magnetwaage feststellen. Für größere Barren eignet sich die Feststellung der Einschlüsse mit dem Goldanalytix Barrenprüfset.