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Verschiedene Typen von Edelmetallfälschungen


Bedingt durch die großen Wertsteigerungen von Gold auf den internationalen Rohstoffmärkten steigt die Zahl der Fälschungen weiter an. Doch ist die Fälschung von Edelmetallen kein neues Problem - schon in der Antike wurden Kronen, Zepter und Münzen mit billigeren Fremdmetallen versehen. Eine Übersicht über häufige Fälschungsarten erhalten Sie auf dieser Seite.



Kerne aus Fremdmetall


Der Aufbau von Barren, Münzen oder Schmuckstücken aus einem Nicht-Edelmetall und die anschließende Ummantelung bzw. Beschichtung mit dem jeweiligen Edelmetall ist der typischste Fall von Edelmetallfälschungen. Dabei reicht die Spannbreite von "plumpen" Fälschungen die lediglich aus einem Eisen-, Messing- oder Bleikern bestehen (siehe Artikel Goldfälschungen) bis zu höchst-professionellen Fälschungen auf Wolfram / Wolfram-Legierungs-Basis (für Gold und 22K Gold, wie sie z.B. 2022 in Köln in Umlauf geraten sind) oder auf Blei-Zinn-Legierung-Basis (für Silber; Artikel Silberfälschungen). Die zuletzt genannten Materialien schaffen es das Gewicht und die richtigen Ausmaße der gewünschten Stücke zu imitieren. Dabei wird meist ein Kern aus diesen Materialien vorgelegt und dann mit der entsprechenden Edelmetallschicht ummantelt. Dies führt dazu, dass Oberflächen-Prüfmethoden wie die Röntgenfluoreszenz oder Prüfsäuren diese Gold- oder Silberfälschungen nicht erkennen.

Aus erster Hand konnten wir solche nahezu perfekten Fälschungen bei der Falschgeldstelle der Bundesbank begutachten. Das Gewicht und die Abmessungen bzw. die Dichte von gefälschten 1 kg Goldbarren lagen dabei innerhalb der üblichen Toleranzgrenzen. Noch perfider wird dieser Fälschungstrick bei kleineren Goldbarren (unter 50 g) angewendet: diese Barren werden meist in Original-Blistern gehandelt und eine Entnahme aus diesen Umverschweißungen kommt nicht in Frage. Dies bedeutet dass die Barren nicht für Prüfmethoden zugänglich sind - eine Methode die jedoch funktioniert, ist die Goldanalytix Magnetwaage mit der auch durch Blister oder Kunststoffkapseln hindurch gemessen werden kann. Klicken Sie sich durch die kleine Slideshow rechts um einige solche Fälschungen zu sehen.

Autobahngold


Unter Autobahngold versteht man optisch meist recht gut gemachte Schmuckstücke aus dem Grundmaterial Messing / Tombak / Bronze, welches vergoldet wurde und unrechterweise mit einer 750-18K Punzierung versehen wurde.

Der Name stammt daher, dass die Betrüger oftmals nicht ahnende Reisende auf Autobahnrasthöfen ansprechen und behaupten, dass sie ihre Geldbörse verloren hätten bzw. bestohlen seien worden. Daraufhin betteln Sie mitleidssuchend um Geld zum Tanken (meist 20 bis 100 €) und bieten an dem "Retter in der Not" angeblich wertvolle Ringe, Ketten oder Armbänder aus Gold zu überlassen. Die gefälschte Punzierung auf dem vergoldeten Messing-Ring soll dann als Beweis für die Echtheit des vermeintlichen Goldrings herhalten.

Noch gefährlicher sind die neuerdings aufkommenden vergoldeten Wolframcarbid (WC)-Ringe. Zum einen wirken diese optisch noch besser und "fühlen" sich eher wie Gold an, da Sie dem spezifischen Gewicht von z.B 750er Gold sehr nahe kommen und so bei gleicher Größe auch deutlich schwerer als vergoldetes Messing oder Bronze sind.

Unterlegierung


Darunter versteht man den Versuch ein Objekt mit einem geringeren Goldgehalt zu versehen als auf der Punzierung ausgewiesen wird. Durch teils marginale Unterschiede im Goldgehalt (z.B lediglich 700er statt 750er Gold), die entsprechend schwer zu detektieren sind, wird versucht bei Massenprodukten den Gegenwert der so reduzierten Goldmenge als Gewinn einzustreichen.

Überlegierung


Ein auf den ersten Blick paradox wirkender Fall von Fälschung ist die sogenannte Überlegierung von Schmuckstücken oder Münzen mit Gold oder Silber. Dabei wird absichtlich mehr Edelmetall verarbeitet, als es der Feingehaltsstempel eigentlich vorgibt. Ein Ring, der beispielsweise mit 333 gestempelt ist, kann in Wahrheit so viel Gold enthalten wie ein 750er Ring. Das wirkt zunächst widersprüchlich: Warum sollte ein Fälscher mehr Edelmetall einsetzen, als vorgeschrieben ist?

Die Antwort ist ebenso simpel wie kriminell. Mit dieser Methode versuchen Fälscher, größere Werte über Grenzen zu schmuggeln oder Geldwäsche zu betreiben, indem sie den tatsächlichen Edelmetallgehalt verschleiern.

Für potenzielle Käufer ist dies aus zwei Gründen problematisch und das obwohl ja sogar mehr Gold oder Silber enthalten ist als gedacht. Wer den Trick bemerkt, ist verpflichtet, den Fall zu melden. Zudem können überlegierte Stücke bei der Edelmetallprüfung für Verwirrung sorgen, da Stempelung und tatsächliche Zusammensetzung nicht übereinstimmen.

Präge- und Stempelfälschung


Im numismatischen Bereich gibt es eine Reihe von Münzen die durch Ihren Sammlerwert in den Fokus der Fälscher gerückt sind. Es wird versucht diese Münzen im Originalmaterial nachzuprägen. In solchen Fällen liegen keine Materialfälschungen vor, sondern der Betrug liegt in der Imitation der Prägung und dem Versuch diese eigentlich seltenen Münzen an Sammler zu verkaufen. Ausserdem fallen Nachprägungen von ehemaligen Umlaufmünzen in diese Kategorie. Besonders die sogenannten "Hausmann-Fälschungen" (benannt nach einer der Fälscherinnen) der 5-Mark Reichsgoldmünzen sind in enormen Mengen im Umlauf (man schätzt bis zu 95% aller 5-Mark-Reichsgoldmünzen sind Fälschungen). Diese Art von Münzfälschungen erkennt man oft nur durch sorgfältiges Untersuchen der Prägung und eventuell durch chemische Analyse.